Was ist Cannabis?

Alles was du über Cannabis wissen solltest

Wenn heutzutage über Cannabis gesprochen wird, meint man in der Regel eine Droge. Der Begriff dafür hat sich so eingeprägt, wie das Synonym Tempo für Taschentücher. Cannabis = Droge. Und Drogen sind illegal. Aber Cannabis ist viel mehr als eine Droge.

Cannabis ist der wissenschaftliche Name für Hanf. Hanf ist eine Pflanzengattung und zählt zu den Hanfgewächsen. Ein wohl noch viel bekannteres Hanfgewächs ist der Hopfen. Die Hanfpflanze gehört zu den ältesten Nutz- und Zierpflanzen unserer Erde. So werden aus den Bestandteilen unter anderem Kleidungsstücke, Speise- bzw. ätherische Öle aber auch Rausch- und Arzneimittel wie Haschisch und Marihuana hergestellt.

Die Geschichte vom Hanf

Erinnern wir uns zurück in der Zeit, als es noch keine wirkliche Industrie gab und nicht jedes Jahr neue Schuhe großer Sportartikelhersteller präsentiert wurden. So etwas 5000 Jahre zurück. Da wurde Hanf bereits angebaut (in Ostasien) und für die Herstellung von Kleidern und Seilen genutzt. Die Nutzung als Heilmittel konnte dann um 2000 v. Chr. festgestellt werden.

Den Weg nach Europa fand die Pflanze dann über den Mittleren bzw. Nahen Osten gefunden haben und ist heute auf der ganzen Welt verbreitet. Aber es dauerte bis ins 19. Jahrhundert, bis die ersten Erfahrungen mit Hanf als Rauschmittel gemacht wurden. Neben Alkohol gehört der Missbrauch von Cannabis als Rauschmittel seit den 60er/70er Jahren zu der am häufigsten konsumierten Droge der Welt.

Der Anbau der Cannabis-Pflanze kann auf unterschiedlichen Böden stattfinden und wird bevorzugt in wärmeren Regionen/Ländern praktiziert. Circa 70 bis 80% des in Europa erhältlichen Cannabis stammt aus dem nordafrikanischen Land Marokko. Durch Optimierung der Wachstumsbedingungen gibt es Anbaumöglichkeiten in Indoor-Anlagen.

Der Wirkstoffgehalt von Cannabis hängt stark von der Pflanzensorte ab, so dass sich nicht jede Cannabissorte für die Rauschmittelproduktion eignet. Der Wirkstoffgehalt der in Deutschland gezogenen Nutzpflanzen beträgt beispielsweise nur etwa 1,5% THC, während Sorten aus wärmeren Ländern durchschnittlich etwa 5% THC enthalten. Es gibt spezielle Sorten (Sinsemilla), welche unter perfekten Bedingungen Wirkstoffgehalte von 20% THC erreichen können!

Wie steht es um die Rechtslage von Cannabis?

Cannabis unterliegt in Deutschland dem Betäubungsmittelgesetzt (kurz BtMG). Dort wird der Anbau, Erwerb, Konsum und Verkauf geregelt. Für Cannabis gilt hier: Anbau, Besitz sowie der Handel sind verboten.  Seit 1994 wurde in einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts festgelegt, dass das Verfahren beim Vorliegen einer geringen Menge eingestellt und von einer Strafe abgesehen wird. Abhängig vom Bundesland, liegt dieser Grenzwert bei circa 6 Gramm (ohne Gewähr).

Mit der Zeit hat man die positive Wirkung von Cannabis bei verschiedenen Krankheit (z.B. Schmerztherapie, Traumatherapie) festgestellt, so dass seit 2017 die Verschreibung als Medikament legalisiert wurde.

Wirkung von Cannabis

Der stärkste Wirkstoff der Hanf-Pflanze ist das Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC). Dieser Wirkstoff hat eine psychoaktive Wirkung. Das bedeutet, dass psychoaktive Stoffe/Subtanzen direkt auf das zentrale Nervensystem einwirken können. Dadurch können die Wahrnehmung und die Handlungsfähigkeit beeinflusst werden. Diese Wirkungen können sich allerdings in Intensität und Dauer unterscheiden und sowohl negativ, als auch positiv (z.B. auf die Bewusstseinserweiternd) ausfallen.

So unterschiedlich die Konsumform bei Cannabis-Präparaten sein kann, so unterschiedlich ist auch der Zeitpunkt des Wirkeintritts. Je nachdem, wir der Wirkstoff dem Körper zugeführt wird, kann die Wirkung schnell (nach 15 Minuten) oder langsam (30-60 Minuten) eintreten. Das hängt davon ab, ob man Cannabis raucht oder isst. Durch das Inhalieren gelangt das THC über die Lungen direkt in die Blutbahn und überwindet die Blut-Hirn-Schranke. Hier kann die Wirkung bereits nach 10-15 Minuten das Maximum erreichen und flacht nach 30-60 Minuten wieder ab. Zwei bis drei Stunden später ist von der Wirkung nichts mehr zu spüren.

Wird Cannabis oral zugeführt, z.B. in Form von Backartikeln, hängt der Wirkeintritt stark vom Mageninhalt ab. Diese Form der Cannabis-Zufuhr ist allerdings nicht so zuverlässig was Wirkeintritt und -intensität angeht. Manchmal tritt die Wirkung schleichend ein, manchmal rapide und relativ stark.

Was zusätzlich eine entscheidende Rolle bei der Wirkung von Cannabis spielt, ist unter anderem die psychische und körperliche Verfassung, die Stimmung im Moment des Konsums, Wirkstoffmenge und die psychische Stabilität. Das entscheidend am Ende darüber, ob die Wirkung als angenehm oder unangenehm empfunden wird.

Zu den angenehmen Wirkungen zählen z.B. intensive Wahrnehmung von Farben, Licht, Geräuschen, Emotionen, Kälte und Wärme. Jegliche Sinne werden quasi geschärft. In der Regel wird das Wohlbefinden deutlich gesteigert und sowohl Geist als auch Körper werden in einen tiefenentspannten Zustand versetzt.

Zu den unangenehmen Wirkungen können psychomotorische Erregung, innere Unruhe, Paranoia, Panikattacken, Angst und eine deutlich schlechtere Stimmung zählen.

Pharmakologisch betrachtet, ist die Wirkung von Cannabis bzw. THC relativ jung. Das körpereigene Cannabinoid-System mit seinen Rezeptoren CB1 und CB2 wurde erst in den späten 80er Jahren entdeckt.  Aber selbst heute ist die Wirkung nicht 100% entschlüsselt und die Medizin-Forschung ist sehr daran interessiert.

Wer einmal zu einem Drogentest musste (solche Tests sind in einigen Branchen üblich und werden regelmäßig durchgeführt!), weiß das neben Amphetaminen, Kokain, Opiaten auch THC kontrolliert wird. Während der Konsum von Alkohol in der Regel nach 24 Stunden nicht mehr im Urin nachgewiesen werden kann, ist die Halbwertszeit bei THC deutlich länger. Oft kann der Konsum bis z 7-10 Tage nachgewiesen werden. Das liegt einfach daran, dass THC ein fettlöslicher Stoff ist und sich somit im Fettgewebe einlagern kann. Im Blut kann der Wirkstoff sogar mehrere Wochen nach dem letzten Konsum nachgewiesen werden!

Wir weisen darauf hin, dass es sich hier um einen Informationstext handelt. Wir distanzieren uns vom Konsum illegaler Substanzen und raten jedem davon ab!

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